Mittwoch, 11. Oktober 2017

FAQ? Nein, SAQ!


FAQ kennen wir ja alle. Eff-AAAAAAAAA-Kju, wie viele es (falsch) aussprechen und dessen Richtigkeit groß suggerieren.

Aber das ist ein anderes Thema. Vielleicht auch wert, später einmal ein paar Worte darüber zu verlieren?

 

Aber was ist denn jetzt SAQ?

„Should ask questions“, wenn man es ausschreiben würde.

 

Ich selbst bin große Verfechterin des ‚hinter den Vorhang schauens‘.

Was sich vorne auf der Bühne abspielt ist häufig nett, manchmal befremdlich und nicht selten gestellt.

Das macht unsere Gesellschaft mittlerweile aus und ebenso von ganz allein.

Finde ich reichlich traurig.

Als kleines Beispiel:

Vor gut 2 Jahren sagte mir eine Dame auf Instagram, dass ich meinen beiden neuen Kolleginnen doch mal die richtigen Fragen stellen solle.

Ich wusste genau, was sie damit meinte. Meine Antwort darauf war, dass dies auch schon mein Gedanke gewesen sei und ich es so angehen werde.

Die Chance dazu blieb letztendlich aus und ich denke, dass es so sein sollte.

 

Du bestimmst selbst, welche die „richtigen“ oder „sollten gestellt werden“ Fragen sind!

Denn diese variieren natürlich von Situation zu Situation. Du befindest dich täglich in den unterschiedlichsten Situationen, die dein individuelles Handeln verlangen.

 

Aber mal Butter bei die Fische!

 

Was mir als ein spontanes Beispiel einfällt, ist, wie oben bereits angerissen, dein Arbeitsplatz.

Hier verbringst du einen Großteil deines Tages und in der Regel sollte er reichlich mit Leben gefüllt sein.

Du schlitterst von Situation zu Situation und dabei ist es völlig egal, wo du arbeitest.

Manche davon sind, zu unserem Leidwesen, Konflikte.

 

Da man ‚auch nur ein Mensch‘ ist, wie man so schön sagt, braust man dann auf und sucht einen Schuldigen.
Wir alle haben das schon einmal erlebt.

Aus dem Kreis auszubrechen ist sehr schwierig. Jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und ein Wort gibt das andere.

Vielleicht meinen wir es eigentlich gar nicht so, können aber nicht aus unserer Haut.

Das ist aber auch schwer.

 

Ich spreche da aus Erfahrung.

 

Selten kann man in einer Streitsituation klar denken, abwägen, Worte weise wählen.

 

Das kann man sich aber angewöhnen, gar antrainieren.

 

Wieso sollte man nicht einfach mal fragen, was genau den Anderen jetzt gerade aus der Bahn geworfen hat?

(„Ist irgendetwas passiert, was dich missmutig gemacht hat?“)

Ganz ruhig und sachlich, vorwurfslos.

 

Ich bin überzeugt davon, dass die Wenigsten mit solch einer persönlichen, gar empathischen, Frage rechnen. Schon gar nicht in diesem Augenblick.

Natürlich, und das sei dringend auch im Hinterkopf verankert, kann es auch nach hinten losgehen und man bekommt die volle Ladung des Anderen ab.

 

Aber auch hier kannst du ihn oder sie ernstnehmen und Empathie entgegen bringen.

Biete einfach an, dass dich zu einem späteren Zeitpunkt seine Ausführungen noch immer interessieren, wenn es in dem Moment nicht klappt, sich auszusprechen.

(„Darf ich dir dann anbieten, dass du es mir später sagen kannst?“)

 

Ich kann sagen, dass ich selbst, mit einer empathischen Weise, Fragen zu stellen, sehr weit gekommen bin.

Die meisten Menschen öffnen sich einem und ich habe das Gefühl, dass es vielen auch gut tut, sogar eine Last nimmt, die sie anders nicht loswerden konnten. Aus welchen Gründen auch immer.

Manche möchten gerne einfach mal so gefragt werden, ganz ohne vorher Andeutungen gemacht zu haben.

 

Also auf auf und fragt doch mal nicht „Was geht?“ oder „Warum?“, sondern „Warst du mal wieder bei deiner Mama?“ oder vielleicht nach einer persönlichen Empfehlung an dich!

 

Ihr werdet beide als Gewinner aus dieser Situation herausgehen. Versprochen.

Freitag, 25. August 2017

Pets are family


Ich kann nicht leugnen, dass ich sie vermisse.

Wer sie ist? Nika.

Nika war eine Meerschweinchendame, gerade 2 Jahre alt, als sie ein Engel wurde.

Sie war tiefschwarz, immer um ca. 1kg schwer, sah schlank aus.

Wer Tiere liebt wie ich, wird verstehen, dass ich absolut verliebt war, als ich sie zum ersten mal sah.

Sie musste es sein. So gerne wollte ich doch wieder ein Haustier. Oder 2. Denn alleine konnte ich sie natürlich nicht halten.

Hinzu kam ihre Freundin Kikki.

 

Es war einfach einzigartig, wie sich Nikas Charakter entwickelte.

Nachdem wir gerade 5 Minuten Zuhause waren, zeigte sie mir schon deutlich, dass sie wild ist.

Und das stimmte.

Nicht nur, dass sie es liebte, die Wohnung zu erkunden. Es war auch egal, ob sie den Halt auf den glatten Boden verlor. Man robbte sich einfach vorwärts. Hauptsache es ging vorwärts.

Uns war schnell klar, dass sie ab jetzt der Boss ist. Spaßig gemeint und ihrem Charakter geschuldet.

Wie viel ein Tier einem geben kann war mir gar nicht bewusst, zumal ich mir eigentlich immer einen Hund gewünscht habe und in der Kindheit bzw. als Jugendliche schon Erfahrung mit Nagern sammeln konnte.

Die Entscheidung, diese beiden Damen aufzunehmen, war goldrichtig.

Obwohl man weiß, dass die Lebenserwartung niemals der eines Hundes oder einer Katze entspricht, vergisst man über den Spaß und die Liebe solche Tatsachen.

So kam es doch unerwartet plötzlich, dass ihr dies und das fehlte.

Zuerst kamen die fast unvermeidbaren Milben, die von einer Ärztin liebevoll behandelt wurden. So hatten wir lange Zeit wieder Ruhe und Freude miteinander.

Endlich konnte ich wieder ihr weiches, glänzendes Fell vollständig streicheln und sie hatte wieder die Möglichkeit völlig aufzublühen, laut zu quieken, wenn sie die Meinung war, dass es Essenszeit ist und sonst einfach nur wunderschön auszusehen.

Mein liebstes Fotomodell.

 

Ich verstehe bis heute, rund 3 Monate, nachdem sie gegangen ist, nicht, wie es dazu kam, dass sie ihr rechtes Auge verlor.

Nichts war auffällig, bis ich sie beim Spielen beobachtete und sah, dass sie nach rechts kippte, sobald sie einen Moment stehen blieb.

Sie nahm dann immer 2 Schritte nach vorne und kippte schon wieder.

Natürlich brachte ich sie schnellstens wieder zum Arzt. Und die Odyssee begann.

 

Ich bin ehrlich, ich möchte nie wieder so häufig in einer Tierarztpraxis sitzen.

 

Eine angesetzte Behandlung schlug nicht an, also stand Ende April diesen Jahres eine OP an. Das rechte Auge musste entfernt werden. Und mein Herz brach. Ich bekam Angst. Angst um mein kleines Mädchen. Und irgendwie wusste ich, vielleicht aus Erfahrung mit meiner Luzie vor mehr als 15 Jahren, dass wir nicht mehr viel Zeit miteinander haben.

Ab jetzt war sie ein Pirat, mit ihrem einen verbliebenen Auge. Aber nicht weniger schön.

Leider nahm sie zudem immer weiter ab und fraß nicht mehr ausreichend.

Hier hege ich die Vermutung, dass das an der unnötigen Zahnkorrektur einer der Ärztinnen lag, die aber nicht weiter behandelt wurde.

Schließlich fand ich endlich ein Nahrungsmittel, wonach sie verrückt war. Wassermelone.

Weich, süß und wie gemacht für meine Piratenbraut.

 

Die Wassermelone war es zum Schluss auch, die mich stutzig werden ließ, als sie eines Morgens im Juni nicht völlig leer gefuttert war.

Denn da war es soweit. Nika war im Begriff zu gehen.

Doch sie ging nicht, ohne, dass Kikki wie ein Bollwerk neben ihr lag und sie bewachte.

Ihre Freundin, die ihr in den letzten Wochen sowieso viel Wärme und Nähe gab.

 

Also gaben wir ihr die letzte, pietätvolle Ruhe.

 

Niemals werde ich dich vergessen, mein kleines, wildes Pokemon.

 

Denn du wirst immer ein Teil der Familie bleiben!

Mittwoch, 23. August 2017

Ich lasse dich hier Zuhause verrecken


Diese Aussage lässt für mich keinen Raum zur Diskussion. Sie ist eindeutig.

Und direkt vorab ein klares Nein. Das ist nicht mir persönlich widerfahren, es wurde nicht zu mir gesagt.

An dieser Stelle hört auch jegliches Verständnis, jegliche Toleranz auf.

Natürlich kann man, wie an so unendlich vielen anderen Stellen, auch hier verniedlichen und sich den Mund fusselig argumentieren.

 

„Solche Aussagen kommen aus einer Not heraus!“

„Das hat die Person nur aus Angst gesagt.“

„Da scheint etwas sehr tief zu sitzen.“

„Die Person kann das nicht anders ausdrücken.“

 

Entschuldigung, das ist Bullsh*t.

Ja, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Das weiß ein jeder.

Doch wäre es nicht um so vieles einfacher, kommentarlos zu helfen?

Vor allem, wenn man der Person, der man offensichtlich den Tod wünscht, irgendwann mal ein, nein, das Versprechen schlechthin gegeben hat.

Sollte da nicht auch so ganz doll eigentlich das Gewissen laut „HALLOOOHOOOO!“ rufen und ein Schub ungeahnter Empathie, Liebe aufkeimen?

 

Ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Ich ‚emotioniere‘ aber am liebsten allein, maximal im Beisein derer, denen ich vertraue.

Und diese Erfahrung löst extrem viele Emotionen in mir aus.

Allem voran, dass ich nie, nie, niemals so angesprochen werden möchte. Auch, wenn mir schon mal „jetzt stirb doch endlich“ am Boden liegend, Tritte kassierend entgegen gebrüllt wurde.

Dadurch hat mein Nervenkostüm einen so deutlichen Riss bekommen, den ich seither versuche irgendwie zuzunähen.

Schließlich nähe ich auch noch an ganz vielen anderen Stellen. Aber ich habe auch nur 2 Hände und kann nicht an allen Rissen gleichzeitig nähen.

 

Wenn einige Menschen sich selbst mal begegnen würden, wüssten sie vielleicht, was sie dem anderen antun.

Mittwoch, 9. August 2017

Ich bin das Kind einer narzisstischen Mutter

Dieses Thema wollte ich schon so lange angehen. Darüber berichten. Vielleicht geht es der einen oder anderen Tochter ja ähnlich.

Denn ich bin die Tochter einer Narzisstin.

Was ist überhaupt ein Narzisst? Was macht ihn aus?
Ein paar Beispiele werden hier Aufschluss bieten.

  • Sie kritisiert ständig, schimpft mit dir und weiß, was das Beste für dich ist.
  • Sie hält sich nicht an das Gesetz - sie steht über dem Gesetz.
  • Sie erwartet von Dir bei der kleinsten Nachfrage aufzuspringen.
  • Sie ist übermäßig mit ihren Hobbys, Interessen oder Süchten beschäftigt und ignoriert deine Bedürfnisse.
  • Sie nutzt andere aus, lügt und manipuliert.
  • Sie nutzt emotionale Erpressung um zu bekommen, was sie will.
  • Sie sieht über die Auswirkungen hinweg, die ihre negativen Kommentare bei dir hinterlassen.
  • Sie ist engstirnig wenn es um ihre eigenen Fehler geht und kann Kritik nicht vertragen. Sie wird wütend oder verlässt die Situation, um Kritik auszuschalten.
  • Sie ignoriert deine Gefühle und beschreibt dich als übermäßig empfindlich oder zickig, wenn du deine Gefühle ausdrückst.
  • Sie hat oberflächliche Gefühle und Interessen.
  • Sie kann sich nicht entschuldigen, jede Entschuldigung ist gefolgt von Rechtfertigungen und “aber…”
  • Sie verhält sich irrational und unberechenbar


Ich habe viele Jahre gebraucht, um herauszufinden, was mir da widerfahren ist. Wieso ich so gelebt habe, wie ich Zuhause eben gelebt habe. Wieso ich einen Spießrutenlauf hinter mich gebracht habe. All die Jahre.
Für mich gibt es auch keine Entschuldigung oder gar eine Erklärung, die mich, wie so häufig, weich werden und einlenken lässt, für so ein Verhalten.
Sein eigenes Kind hat man zu lieben, da wird nix dran relativiert. Sei einfach kein Arschloch, reiß dich zusammen und stell dich gefälligst hinter dein Kind und setze die Bedürfnisse deines Kindes vor deine eigenen.
Soviel zu meiner Meinung.

Zuhause gab es nur ein einziges Gesetz und das hieß "Mama".

War der Teller nicht leer, sobald ihrer leer war, wurde er mit abgeräumt. Ob hungrig oder nicht, der Teller verließ den Tisch.
Dass ihre Portion der einer Baby-Portion glich, war außer Acht zu lassen und nicht zu kommentieren.
Zudem war es ja sie, die den Abwasch machen musste und dabei so litt, weil sie ja bereits gekocht hat.
Sich zu unterhalten, einen normalen Austausch über den Tag, meinen Schultag oder etwas, das mich bedrückt hat, war ausgeschlossen.
Hängen geblieben ist "Aaaaaaaaach, ist doch nicht so schlimm!" oder gerne auch "Stell dich nicht so an!".

Ich erinnere mich daran, dass natürlich auch das Verhältnis zu meinem Vater zu leiden begann. Ist wahrscheinlich eine logische Schlussfolgerung dessen.
Es war irgendwann soweit, dass ich nicht mehr neben meinem Vater sitzen konnte, ohne, dass wir uns bekriegt haben. So saß meine Mutter dann zwischen uns. Am Küchentisch saßen mein Vater und ich jeweils an an Kopfseiten und meine Mutter an der breiten Seite.
Sie war, wie so oft, schlecht gelaunt. Sie hätte Kopfschmerzen. Wir versuchten es mit normalen Gesprächen, bis sie ausgerastet ist und es mich so emotional traf, dass ich zu weinen begann.
Ich dreht meinen Kopf weg und versuchte die Tränen zu stoppen.
Ich wusste einfach, dass ich in Kürze Schelte bekam. Weil ich mich mal wieder "anstellte".
Und das kam auch so, als ich den Kopf von der Wand weg drehte.
Worum es im Einzelnen ging, weiß ich nicht mehr. Was ich aber weiß, sind ihre Worte zu der "alten Mimose", die "schon wieder heult".

All diese emotionalen Erpressungen, das Niedermachen und die Ignoranz meiner Person und meines Wesens gegenüber, nicht zu vergessen, die körperlichen Übergriffe, haben mich geprägt.

Es ist schwer und es braucht viel Zeit, wenn nicht sogar den Rest des Lebens, Situationen nicht immer und immer wieder zu durchleben und eine Routine zu bekommen, wo man weiß, dass man selbst korrekt handelt und keiner kommt, um einem das Heft aus der Hand zu nehmen, dass man nicht gleich niedergemacht wird und direkt aufgibt.

Quellen: Oben aufgeführte Beispiele Narzissmus.org

Mittwoch, 3. Mai 2017

"Nimm das nicht persönlich!"

Dieser Satz kommt mir zu den Ohren raus.

Aber fangen wir vorne an.
Wie kam es eigentlich dazu, dass ich Vieles so persönlich nehme, wie ich es eben persönlich nehme?

Ich durfte die klassische Ausbildung genießen.
Grundschule, Gymnasium, 3-jährige Ausbildung, Studium, Arbeitsplatz.
Ich hatte immer zu kämpfen. Von Beginn an. Es schwang immer mit, dass ich dicker war als andere Kinder und später Jugendliche und junge Erwachsene.
Da war es nur für kurze Zeit von Bedeutung, dass auch ich Buffalos und andere Markenkleidung trug.
Über mich wurde hinterrücks gelästert, ich habe mich von falschen Freunden blenden und mir auch meine beste Freundin wegnehmen lassen.

Man sollte meinen, dass doch das eigene Zuhause, die Eltern, in solchen Fällen dann erst recht der Fels in der Brandung sein sollten.
Fehlanzeige!

Meine Eltern waren nie perfektionistisch. Ihr Anliegen war es, dass ich es mal besser haben sollte als sie. Obwohl sie es nicht schlecht getroffen hat, obwohl ihre Berufe die reinste Knochenarbeiten waren und viel Glück im Unglück Tagesordnung war. Zum Beispiel, dass mein Vater nie wirklich Wechselschicht hatte oder meine Mutter viele freie Wochenenden genießen konnte.

Rückblickend, mit reichlich Abstand, kann ich aber sicher sagen, dass sie beide sehr unzufriedene Menschen waren.
Es hätte hier mehr, da mehr, anderswo aber bitte viel weniger sein müssen.
Ging es ums liebe Geld, konnte es natürlich nie genug sein. Wer behauptet von sich schon, dass er ausreichend Geld hat? Wahrscheinlich nicht einmal Jakob Rothschild.
Mit Vorliebe ging es aber um mich. Den Klotz am Bein, den sie eigentlich nicht wollten.
Also schon ein Punkt, wo es hätte deutlich weniger sein dürfen.

Ich entwickelte mich und wurde älter. Und mit meiner Reife stieg mein bereits angesprochenes Gewicht. Das auch immer hätte weniger sein dürfen.
Als ich in der 1. Klasse eine Hose für den Turnunterricht brauchte, kaufte meine Mutter Shorts. Shorts, in die ich nicht rein kam und die in meine Oberschenkel schnürten.
Widerwillig kaufte meine Mutter mir Leggings, die allein dadurch besser aussahen, weil sie lang waren und dehnbar.
Im Gedächtnis zu diesem Thema ist mir der Satz, "Ich habe keine Lust im Geschäft ständig 'Nein, größer!', 'Nein, größer!' zu sagen."
Somit waren also Lust und Vertrauen dahin, mit meiner Mutter Kleidung für mich einzukaufen.

Vor einigen Jahren, als ich bereits Zuhause ausgezogen, aber zu Besuch war, saß meine Mutter in der Küche, ich stand im Türrahmen zur Küche und bekam aus heiterem Himmel den Satz "Guck doch mal wie du aussiehst!" an den Kopf geschmissen. Obwohl ich ganz normal gekleidet war.
Das Oberteil, das ich trug, war sogar von ihr. Sie fühlte sich darin nicht wohl, gab es mir und ich gab ihr im Tausch eines von mir, in dem ich mich nicht besonders wohl fühlte, obwohl es schön war.

Was das sollte, weiß ich bis heute nicht.

Solche Sätze, auch, wenn es nur 2 Beispiele von sehr vielen waren, haben mich irgendwann festgesetzt, implementiert.
Dazu kam Misstrauen, das sich ebenfalls implementiert hat. Misstrauen und eine bessere Menschenkenntnis fingen an, mir das Leben kompliziert, wenn nicht sogar schwer zu machen.

Denn nach gewissen Erfahrungen, die jeder Mensch unweigerlich macht, sei es gut oder weniger gut, wird man vorsichtiger, weil man für sich selbst das Beste will.
Leider tendiere ich "dank" meiner Biografie dazu, Leute auch mal vorschnell abzulehnen, die es vielleicht weit in mein Leben hinein geschafft hätten, das gebrochene Urvertrauen und das zutiefst verletzte Ich verbieten es aber strikt.
Eine Freundschaft zu finden und zu behalten ist beinahe unmöglich für mich. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Misstrauen, eine tiefe Angst von schlichten Worten verletzt zu werden, ist voreingestellt. Dazu gesellt sich ein starkes Gespür für B*llsh*t, Lügen und den Stellenwert, den ein Mensch erlangen wird.

Ja, so sensibel bin ich über die Jahre geworden, ohne, dass ich es wollte.
Und reflektiere ich das, so ist es kein Wunder, dass ich viele Dinge schnell persönlich nehme.

Warm bleibt mein Herz trotzdem!

Dienstag, 2. Mai 2017

Let's talk about...

Hand auf's Herz...
Wir sind alle schon einmal gestresst, genervt, wutentbrannt oder traurig zum Kollegen gegangen und haben ihm unser Herz ausgeschüttet.
Wir sind aber auch mit einer gewissen Erwartungshaltung an ihn herangetreten.
Unsere Sorge sollte im besten Fall von ihm angenommen und beseitigt werden.
Aber wie oft war das der Fall?
Angenommen vielleicht. Aber abgenommen?
Ich verwette mich fast darauf, dass es eine von drei, wenig befriedigenden, Antworten auf deine Situation gab.

Antwort a) Im Grunde keine Antwort. Es wurde interessiert getan. Es wurde mit dem Kopf geknickt und die bekannten, zustimmenden "Grunzlaute" gemacht.

Antwort b) Er hat haargenau dasselbe bereits erlebt und durchlebt. Und er steht noch immer fest auf beiden Beinen.

Antwort c) Man wird mit dem berühmten "Komm gleich nochmal bitte! Dann habe ich alle Zeit der Welt für dich!" weggeschickt.

Was will uns das sagen? - Genau. Mach deinen Sch*** alleine, geh mir nicht auf den S*ck, heul' leise!

Was hat dir das geholfen? - Genau. Nichts. Nada. Null. Niente.

In den meisten Fällen hat der vermeintlich vertraute Kollege nämlich einen noch vertrauteren Kollegen, dem er regelmäßig sein Herz ausschüttet, um nicht zu sagen, ihm alles, was er kürzlich erfahren hat, einfach weiter tratscht.

Dass es aber auch sensible Kollegen gibt, die nicht auf den Kopf gefallen sind und eigentlich nur ein offenes Ohr möchten und das auch nur bei Zeit... Was interessiert das schon? So ein armer Willi.

Ich bin immer wieder erschüttert, in welche Situationen man am Tag so geraten kann. Und wie wenig Empathie ein Mensch doch haben kann.
Wir sind mitten in der Ellbogengesellschaft, die so häufig besprochen und keinesfalls gewollt wird.

Ich bemerke es häufig bei Frauen und bin auch häufig selbst schon Betroffene gewesen.
Mich stimmt es nachdenklich und traurig, dass Frauen im mittleren Alter, es nötig zu haben scheinen, jüngere Kolleginnen ausstechen zu wollen.
Nicht alle und auch nicht alle um jeden Preis.

Natürlich berücksichtige ich in meiner Ansprache grundsätzlich den Teil, der wirklich anständig, bodenständig und herzenswarm ist.

Doch ebenjene Exemplare, die sogar den Einkauf mit ausgefahrenen Ellbogen vollziehen, die bleiben zwangsläufig im Gedächtnis hängen.
Von infamen Lügen bis hin zu Diebstahl, sind so einige unverzeihliche Dinge auf meiner "am eigenen Leib erfahren"-Liste und da bin ich wirklich nicht stolz drauf.

Mir fehlen da nicht nur die Worte drüber, sondern auch das Verständnis für solches Verhalten.

Ich weiß, dass sich alles erklären lässt. Dass Reaktionen immer Aktionen voraus gehen.
Nur leider weiß ich auch, dass, was Hänschen nicht gelernt hat, Hans nimmer mehr lernt.

Mit solchen und vielen, vielen anderen Dingen füllt mein Kopf sich mehr und mehr.
Dafür brauche ich diesen Blog. Ganz dringend.
Vielleicht wird das hier ja mal was. So, wie ich es mir vorstelle oder gar wünsche.

Montag, 17. April 2017

Anderen helfen - Zwischen Selbstlosigkeit, Glück und der eigenen Enttäuschung

Wir kennen es alle.
Man bringt eine selbst gezauberte Leckerei zur Party mit, zu der man eingeladen wurde.
Holen anstatt eines, direkt zwei oder drei Klebestifte aus dem Lager auf der Arbeit, damit die Kollegen auch direkt neues Material haben, ohne sich abzumühen.
Bieten unsere Waschmaschine für ein paar Waschgänge an, weil die der Nachbarn gestern den Geist aufgegeben hat.
Schenken unaufgefordert dem Sitznachbarn in der Konferenz nach, weil es für ihn sicherlich genau so anstrengend ist, wie für einen selbst.
Wir halten für die Dame, die gerade noch angerannt kommt, den Bus oder die Bahn auf, damit sie auch endlich in ihren verdienten Feierabend kann.

Das Höchste, was wir hierfür ernten können, ist, dass wir etwas Gleichwertiges zurück bekommen.
Ein lieber Dank inklusive eines Lächelns wäre gleichwertig.
Es zeigt uns, die wir auch an den Anderen gedacht haben, dass wir und unsere gute Tat anerkannt werden. Von den Karmapunkten mal ganz abgesehen.

Doch sind wir mal ehrlich. Wann passiert das schon einmal?

Die Realität sieht doch wie folgt aus:

Über das selbstgemachte Dessert wird sich von mindestens 25% der Partygäste beschwert.
Zu viel.
Zu wenig.
Keine laktose- und glutenfreie Variante gewählt.
Hierfür muss XY erst einmal wieder 3 Wochen zum Spinning, um das wieder abtrainiert zu haben. Das kennt YX aber anders von seiner Mutter.

Ein mal dem Kollegen etwas mitgebracht, so wirst du zu seinem Lieferanten. Für alles mögliche.
Du wirst in Zukunft nur noch Folgendes hören:
"Gehst du zufällig ins Lager und kannst mir [...] mitbringen? Wäre voll lieb!"
"Bist du auf dem Weg in die Kantine? Ich habe voll Hunger, aber hänge hier ebenso voll in dem Projekt. Kannst du mir [...] mitbringen? Und einen Kaffee. Ach... Und was Süßes. Nervennahrung!" - Meist noch begleitet von einem, vermeintlich aufmunternden, seichten Lachen.

Das Eigentum der Nachbarn ist ausschließlich ihr Eigentum und steht zu keinem Zeitpunkt zur Verfügung Dritter.
"Weißt du, ich habe XYZ vor 3 Monaten das Handrührgerät geliehen. Meinst du, das habe ich bis heute wiedergesehen? Unsere technischen Geräte werden nur noch von uns benutzt und von niemand Anderem mehr. Man bekommt ja nie was wieder!"

In einer Pause der Konferenz bekommt man im Vorbeigehen mit, dass der Begünstigte, dem man nachgeschenkt hat, schon unglaubliche 4x auf der Toilette war, weil er sich gezwungen fühlte, zu trinken,

Und nicht zuletzt wird man wahrscheinlich von der gestressten Marathonläuferin, für die man in aller Ruhe noch den Bus aufgehalten hat, angeranzt, weshalb man in der Tür steht, sie wolle durch.


Ich spreche hier aus Erfahrung und will mich nicht beschweren. Denn wer frei von Schuld, der werfe den ersten Stein. Dazu wäre ich mit Sicherheit nicht berechtigt.

Es stimmt mich jedes Mal nachdenklich und traurig, wenn ich so eine Erfahrung machen musste.
Denn meistens sind es ja Menschen, die man noch nie zuvor gesehen hat, denen man eine eine Aufmerksamkeit zukommen lässt.
Und man hat doch nichts davon, sich dann wie eine Axt im Wald zu benehmen. Der Andere fühlt sich dann beschissen, weil er vielleicht noch Stunden darüber nachdenkt, was er denn falsch gemacht hat, nur, weil der Begünstigte einen schlechten Tag hatte oder gestresst war, aus welchem Grund auch immer.

Es ist schlichtweg falsch, Andere für seine eigenen Angelegenheiten verantwortlich zu machen oder leiden zu lassen.
Nicht jeder hat das dicke Fell, um sich von solchen Situationen nichts anzunehmen.
Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass die meisten sich angegriffen fühlen, wenn sie sich in so einer Situation wiederfinden.

Bei einem einfachen "Danke!" oder gar nur einem Blick, bricht man sich selbst keinen Zacken aus der Krone und der Geber fühlt sich irgendwas zwischen neutral, sodass er die Situation nicht weiter überdenkt oder wertgeschätzt.

Eines Tages bist nämlich du selbst der Geber. Und was gibt es Schöneres, als eine Wertschätzung vom Begünstigten zu erhalten? :)

Sonntag, 16. April 2017

Das liebe Schreiben und ich

Beinahe täglich denke ich 'Mensch, ich könnte doch heute einen Blogeintrag verfassen'.
Am Ende kommt dann aber die Unlust, die Motivation geht flöten und ich bin müde. Einfach müde.

Und müde bin ich wirklich oft. Das mal so nebenbei bemerkt.

Ideen kommen. Manche werden im selben Augenblick wieder verworfen.
Dieses ewige Hin und Her. Der Kopf schwirrt und lässt es einfach nicht zu, einfach mal etwas hinzuschreiben und es auch, verdammt nochmal, stehen zu lassen.
Weil, ist ja sowieso egal, einen gibt es immer, der es Scheiße findet.

Andere Ideen, oder sagen wir mal, Ideen, sollte ich einfach festhalten.
Es ist ja nicht so, dass ich keine Memo-Liste in meinem Handy hätte, die unendlich viel Platz bietet.
Bei der ich kein Büchlein, keinen Stift, kein Radiergummi und Anstrengung brauche.

Aber genau diese Schwierigkeiten gilt es für mich zu überwinden.

Denn ich weiß, wenn ich eines kann, dann mit Worten jonglieren. So, dass es sich nicht nur um Texte, sondern, um gefüllte Buchstaben handelt.
Ich liebe es, zu erzählen, zu beschreiben, eben selbst die einzelnen Buchstaben zu füllen und hiermit meine eigenen Grenzen zu testen.
Obwohl Phantasie gar keine Grenzen hat.
Die Phantasie, die mir häufig im Alltag fehlt und die ich mir regelrecht verbiete und gegen verlangte Ernsthaftigkeit eintausche.
Ich will ständig so viele Dinge mit dieser Ernsthaftigkeit tun und bemerke, dass diese Dinge, immer etwas mit dem Schreiben zutun haben.

Was mir klar werden soll, ist, dass ich mir doch eine eigene kleine Insel geschaffen habe, auf der alles erlaubt ist. Auf die ich flüchten kann, sobald ich es will, sobald ich es brauch, sobald ich der Meinung bin.


Freitag, 10. Februar 2017

Endlich hab' ich dich gefunden!

Meine liebe Sabrina,

als du diesen einen frühen Nachmittag plötzlich in meinem Büro standest und mir eine Nacharbeit brachtest, obwohl ich doch erst 3 Wochen im Dienst war, war ich, zugegeben, ziemlich verwirrt.
Was wolltest du von mir?
Du hast mich gesiezt, ich habe dich gesiezt. Aber ich mochte dich von Anfang an.
Dein Stil, dich zu kleiden, deine zurückhaltende Art, wenn du jemandem das erste Mal begegnest, dein Blick auf den Boden, wenn du schnell irgendwo weg willst.
Ich konnte ab dem Zeitpunkt immer auf deine Hilfe setzen.

Dann wurde ich in meinen, unseren, geliebten Bereich eingesetzt. Und ich brauchte dringend die berühmte rechte Hand.
Ich höre sie (du weißt schon, wen ich meine!) noch erstaunt "Die Sabrina?" raunzen.
Ja man, du solltest meine rechte Hand sein.

Ich wusste da zwar schon, dass du wirklich gut bist. Die beste Wahl. Fachlich. Menschlich.
Dass du aber in kürzester Zeit auch noch die beste Freundin meines Lebens wirst, woher sollte ich das denn wissen?
Nirgends sollte ich eine Frau treffen, die meinen Humor teilt, von Zeit zu Zeit die gleiche Ekelfresse hat wie ich, laut und leise ist, Emotionen nicht versteckt und mich genau so verarscht, beleidigt und andersrum lobt und auf ein Podest stellt, wie ich sie.

Mein lieber Dumm-Phoque, ich will dich nicht gehen lassen. Du weißt das.
Das reißt mir mehr als nur den Boden unter den Füßen weg. Auch das weißt du.
Ich heule Sturzbäche. Ich will schreien. Ich will toben. Ich will alles von mir werfen.
Du fehlst mir jetzt schon so sehr und dabei hattest du nicht einmal deinen letzten Tag.
Ich bin untröstlich und ich werde dich unendlich vermissen!
Ich verspreche dir, dass hinter dem ganzen Schmerz, den ich im Moment trage, hinter der finsteren Kackfresse und den kargen Worten, der glückliche Wunsch sitzt, dass es dir immer, immer, immer gut geht.
Ich will, dass du glücklich bist und immer von allem im Leben genug hast.

Bis ganz bald!

P. S. Ich scheiß dir die Hütte voll, wenn du ne andere beste Freundin hast nächste Woche!


Dienstag, 17. Januar 2017

Wie aus :( ein :) wurde

Ich bin ein Mensch, der gerne denkt. Dadurch, dass ich gerne denke, denke ich automatisch auch viel.


Mir 18 hatte ich so eine Ahnung, dass irgendwas mit mir nicht stimmt.
Zwar war alles an mir vorhanden, Arme, Beine, Augen, Haare, Ohren, Füße. Aber Stück für Stück lösten sich Puzzleteile aus mir heraus, musste ich feststellen.


So langsam begann ja auch die Zeit, in der man Google fragen konnte, was nicht stimmen könnte. Da war es noch nicht so verpönt wie heutzutage.
Ich gab in einer meiner sehr langen Internetsessions, die ich wochenends immer abhielt, einfach mal die Stichwörter 'Depression' und 'Symptome' ein.
So gelangte ich zu so Selbsttests, die ich ausfüllte. Deren Ergebnis unterschied sich in ihren Aussagen nie: Sie haben die Tendenz zu Depressionen oder Sie haben eine Tendenz zur Boderline Persönlichkeitsstörung.


Ob ich das nun glaubte oder nicht, das weiß ich um ehrlich zu sein gar nicht mehr.
Woran ich mich aber zu gut erinnern kann, war ein Sonntagnachmittag, an dem ich, wie so häufig, bei meiner Großmutter saß.
Ich schrieb nebenher SMS mit meiner Freundin M., von der ich dachte, ich könne ihr vertrauen.
"Glaub' doch nicht den Scheiß, den du im Internet findest. Wenn du das Richtige eingibst, kannst du auch Krebs oder einen Hirntumor haben!"
Dem Schock nicht genug, erzählte sie es natürlich auch weiter.


Denke ich jetzt daran zurück, hätte ich deutlich gedemütigter reagieren sollen.
Sie war danach übrigens für mich gestorben. Auch ihre niedlichen, halbherzigen Versuche, mich zu besänftigen und wieder auf ihre Seite zu ziehen, haben nicht funktioniert. Auch nicht über zwei andere Freundinnen, die auf mich einredeten.
Der Dickkopf existiert heute noch und überstimmt zum guten Glück mein weiches Herz auch manchmal!


Nach dem Abitur, als ich in meiner Ausbildung hing, suchte ich zum ersten mal eine psychologische Klinik auf, in der sich dann schlussendlich alles bestätigte, was ich von mir selbst vermutete. Borderline und Depressionen.
Ich spielte mit dem Gedanken, mich 6 Wochen in die Klinik aufnehmen zu lassen, nur leider war meine psychische Stabilität quasi 0, mein Heimweh viel zu groß und meinen Eltern konnte ich es sowieso nicht sagen.
Für die war ich ohnehin bekloppt, viel zu sensibel, nicht gut genug und der Punchingball für ihre verbalen und missbräuchlichen Ergüsse (in Form von Schlägen und Tritten).


So schleppte ich mich von Jahr zu Jahr zu Jahr. Ich erlebte sehr viel, aber happy wurde ich irgendwann gar nicht mehr.
Ich verschleppte sozusagen eine, für andere, unsichtbare Krankheit. War umgeben von Streit, gebrandmarkt von gefühlt 1000 Vertrauensbrüchen, Verboten und immer mehr und größer werdenden Baustellen, ich schwieg. Versteht doch eh keiner!


Nein, verstand auch keiner. Meine Tendenz ging auch nach meinem Auszug von Zuhause immer wieder zu meinen Eltern.
Nach 7 Jahren weiß ich jetzt, dass die Frage, berechtigt ist, warum ich ausziehe, wenn ich doch eh wie ein Bumerang wiederkehre?


Vor 5 Jahren wurde ich dann aber am Schopf gepackt, aus dem Sumpf gezogen und kräftig geschüttelt. So konnte der alte Schmutz endlich von mir abfallen.
Durch eine Verhaltenstherapie (die ich seit 4 Jahren mache und nicht vorhabe, damit aufzuhören, solange ich sie machen kann) habe ich mich wiedergefunden.
Um ein winziges Detail vom großen Ganzen zu nennen: Meine Freude, sie ist wieder da.
Natürlich bin ich jetzt nicht mehr 18 oder 21, eine junge Erwachsene, sondern eine richtige Erwachsene mit mittlerweile über 30. (Haha, wie sich das anhört - alt und ernsthaft. Was ich eigentlich gar nicht bin. Aber ich bin halt über 30 und das ist in meinen Augen nicht zu verachten für so einen holprigen Weg, den ich gegangen bin!)
Ich habe mehr Lebenserfahrung, viel mehr erlebt, gesehen und gesprochen. Und geweint. Das hat mich gereinigt.
Denn auch um die Psyche muss man sich kümmern. Man geht ja auch zum Zahnarzt, wenn man Zahnweh hat. Warum also nicht einfach auch einen Fachmann für das gute Seelenbefinden aufsuchen?


Denn dort habe ich gelernt, mit meinen Gedanken umzugehen. Diese in die richtigen Bahnen zu lenken, sodass sie mir nutzen und mich nicht überwältigen oder gar tottrampeln.


Denken ist so schön.


"Think often to make your mind the most dangerous weapon you have!"

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Wie ich meine Blog-Einträge plane und verfasse



Wenn ich mir so manche Blogs anschaue und durchlese oder Blogger, die auch YouTube machen, beschreiben, wie organisiert sie sind, fällt mir manchmal das Kinn auf den Boden. Vor Erstaunen.
Wie organisiert ein Mensch doch sein kann.
Kleiner Wermutstropfen: Ich verdiene hier ja kein Geld.

Und das ist beinahe schon die Antwort auf die Frage, wie ich so 'organisiert' bin: Gar nicht.

Ich war schon immer so. Mir fällt etwas ein, ich fange damit an, mache es zu Ende. Mache auch mal Schritt C, dann Schritt A, dann Schritt M, dann Schritt G. Irgendwann bin ich dann aber bei Z angekommen, habe zwischendurch auch Umlaute, Sonderzeichen und die Welt der komplexen Zahlen durchgehext und bin doch irgendwie zufrieden.
Alleine schon, weil es fertig ist.

Wahrscheinlich würde mir ein wenig Organisation gut tun. Aber das kann ich irgendwie nicht.
Für mich sind Texte da, um geschrieben zu werden.
Ich muss den Moment haben, um ihn zu kreieren.

Vor einigen Jahren, als ich noch studiert habe und mir die Übersetzungen zum Hals raus hingen, habe ich es plötzlich festgestellt, wie ich an Texte heran gehe. Nämlich einfach so.

Ich glaube auch, dass es keine Kommilitonin gab, die auch nur eine ähnliche Strategie fuhr.
Allen war es in erster Linie wichtig, direkt zu Anfang zu verstehen, worum es denn jetzt geht.

Was jetzt nicht bedeuten soll, dass es mir egal ist, worum es ging oder, im aktuellen Fall, auf meinem Blog, geht.

Natürlich korrigiert man sich an manchen Tagen einen Wolf, wenn man einfach drauf los übersetzt oder schreibt. Dann passt das eine nicht, dann ist der Anfang nicht gut genug, man hat sich etwas anderes vorgestellt, etc. pp.

Aber ich bin davon überzeugt, dass diese Methode einfach zu mir passt.
Würde ich von jetzt auf gleich anfangen zu organisieren, würde das höchstwahrscheinlich in einem Chaos enden und ich würde schneller aufgeben, als ich gucken kann.
Der berühmte Rattenschwanz an Ereignissen würde folgen, wie, dass es eh keinen Sinn hat, zu bloggen, keiner meine Texte lesen will, Langeweile wäre ein Ergebnis davon.

Da bleibe ich doch lieber bei geringer bis keiner Organisation und bin damit happy! :)

Dienstag, 13. Dezember 2016

Bucketlist - Alles mal umgekehrt



Ich bin begeisterungsfähig.
Für kleine, feine, spezielle Dinge. So wie Amélie Poulain.

Ich möchte gerne viele schöne und inspirierende Dinge erleben - Deswegen wird meine Bucketlist immer länger und länger.
Ich weiß gar nicht, ob ich noch genügend Jahre übrig habe, um alles zu erleben, was ich mir vorgenommen habe.
Natürlich bin ich nicht bereit dazu, etwas zu streichen *lach* Warum sollte ich denn?

Da ich aber auch sehr nostalgisch bin und eines meiner, ich nenne es mal Fehler, ist, der Vergangenheit nachzuhängen, dachte ich, hey, ich nutze es einfach für mich - und um den Blog zu füttern.

Was habe ich denn bereits erlebt und damit aus meinem Eimerchen entnommen?

Ich habe begonnen Russisch zu lernen. Dies war ein sehr lang gehegter Wunsch von mir.
Endlich habe ich die Möglichkeit, das, was ich lese, auch zu verstehen oder die Möglichkeit mich zu verständigen.

Simpel wie es ist: Einfach von Herzen zu lachen.
Lange habe ich mir selbst verboten, Freude zu empfinden.
Dafür packe ich diesen Wunsch, mich vor Lachen auszuschütten, immer und immer wieder oben drauf, nehme ihn wieder raus, packe ihn wieder hinein. In einer Endlosschleife.

Meine Haare blond färben lassen.
All die Jahre habe ich überlegt. Soll ich? Soll ich besser nicht? Bin ich nicht eher eine Brünette als eine Blonde?
Mutter war natürlich der Überzeugung, dass das eh nix wird. Naaja.
Und ehrlich, ich könnte noch ein bisschen blonder sein, für meinen Geschmack.
Dennoch, so ein Schritt, eine riiiiiesige Stufe von "eigentlich" Schwarz zu einem "heller Milchkaffee" Blond, ist schon beeindruckend. Ich freue mich jeden Morgen auf's Neue, meine Haare zu waschen, zu trocknen und frisieren.

Tattoos haben.
Klingt super banal. Manche Mädels sind 5 Jahre jünger als ich und haben 3x so viele Tattoos wie ich.
Mag sein und das ist auch völlig in Ordnung.
Für mich sind alle 3 Tattoos, die ich habe, absolut spontan gewesen. Ich fand die Idee gut, habe einen Tätowierer gesucht und es machen lassen. Ohne es lange zu planen.
Und sie sind eine der besten Fische aus meinem Eimerchen gewesen, die ich jemals heraus gezogen habe. Ich bereue nichts!


Montag, 12. Dezember 2016

Mir fehlen die Worte.... Ich find die Worte nicht.



In den letzten Tagen habe ich häufig wieder an meinen Blog gedacht.
Ich hatte Ideen. Ganz viele.
Aber natürlich in den unmöglichsten Momenten, sodass ich wirklich rein gar nichts aufschreiben konnte.
Auf der anderen Seite ... Wenn ich etwas aufschreibe, finde ich es hinterher kindisch und unnötig.

Ich bin jetzt auch schon wieder im Zweifel ob es was wird.

Ich kann mich derzeit noch gar nicht so richtig entscheiden.
Gerne würde ich mich so richtig in meinen eigenen Blog einbringen mit Ideen, tollen Texten, Worten und Gedanken.
Aber ich zweifle so sehr.
Ich finde tatsächlich einfach die Worte nicht, dabei will ich doch so gerne.

Denn ich weiß nämlich, dass ich es kann.
Ich kann so wunderbar mit Worten spielen, Sätze schreiben, Formulierungen finden.
Selbst für meine, manchmal wirren, Gedanken.

Ich habe mir in den letzten Tagen viel Inspiration und Zuspruch geholt, mir meine Spirit-Animals auserkoren.

Beispielsweise haben mich Videos und Blogs von Jacko Wusch (>>Ihr Instagram<<) und Ingridcat positiv beeinflusst.

Zwar ist es schwierig, wenn Selbstzweifel ein, fast schon, Bestandteil der eigenen Persönlichkeit sind, sich selbst aus diesen wieder heraus zu argumentieren und zu starten - Aber wieso nicht versuchen?

Motivation ist doch was Schönes. Und man lernt vieles dazu. Zumindest über sich selbst.

Montag, 5. Oktober 2015

Dankbar sein

Für mich bedeutet dankbar sein gleich frei sein. Man könnte dessen eine gewisse Spiritualität anhaften, das werde ich persönlich aber nicht tun. Nicht, weil ich es für Humbug halte oder nicht an Karma glaube, aber für mich ist und bleibt Dankbarkeit eine greifbare, ersichtliche Sache.

Leicht zu erkennen ist Dankbarkeit in Kinderaugen, derer alter Menschen und in denen von Tieren.
Denn ihnen kannst du so leicht eine Freude machen und du wirst mit Dankbarkeit überschüttet.
Sei es ein Besuch auf dem Spielplatz und danach ein leckeres Eis, eine Runde im Park frei laufen, ein paar Blätter Salat, auf dem Sofa kuscheln oder eine Runde Rommé.
Allein für die Freude in den Augen durch eine so einfache, kleine Geste, lohnt es sich.

Leider wird es schwieriger, wenn jemand erfolgreich oder abgestumpft ist.
Zumal diese beiden Eigenschaften sich oftmals die Hand reichen.
Mir fallen da Männer im mittleren Alter ein. Der Aston Martin steht vor der Tür, das Frauchen hält Haushalt, Kleidung und Kinder in Schuss. Wofür sollte man also noch dankbar sein?
Allein dieser Gedanke macht mich etwas traurig.
Die Firma läuft prima. Dank der Sekretärin, der Außendienstler, der Buchhalter und Controller. Dank der Reinigungskräfte.
Die Dusche im heimischen Bad kann ohne Bedenken betreten werden und vom Teller kann einfach so, ohne Weiteres, gegessen werden. Dank der Ehefrau.
Die Kinder lernen gut und fühlen sich wohl, sie wachsen und lernen bestenfalls sogar Werte, Wertschätzung. Dank zweier Eltern.
Leider aber alles nicht genug. Es könnte doch größer, höher, schneller, weiter. Oder?
Schade, dass so gedacht wird.
Denn mehr geht immer. Aber weniger leider auch.

Ich selber bin vielleicht etwas zu dankbar. Etwas zu leichtfertig.
Macht mir das aber etwas aus?
Für mich ist es nicht selbstverständlich, dass die Kollegin "mal eben so" einverstanden ist, ein Souvenir vom Oktoberfest mitzubringen, worum man spontan gebeten hat.
Es ist auch nicht einfach so abgetan für mich, dass Bilder, Regale und Spiegel angebracht werden vom Liebsten, wenn ich auf der Arbeit bin.
Es sind Dinge wie eine Tasse Kaffee, ein gewischter Boden oder einfach die spontane Umarmung, die mich innerlich hüpfen lassen. Die mich frei machen!

Dankbarkeit ist Freiheit!

Montag, 21. September 2015

Liebe - Meine Definition

Vieles kann man lieben.
Man kann seinen morgendlichen Kaffee über alles lieben. Heiß, dampfend, etwas Milch, vielleicht sogar mit Sirup.
Man kann seine neuen Schuhe lieben. Die AirMax, um die man schon seit Monaten herum geschlichen ist, wie der Teufel um die gute Seele.
Man kann auch den allwöchentlichen Gang auf die Sonnenbank lieben, wenn man dann gebräunter und durchgewärmt nach 20 Minuten wieder aus dem Sonnenstudio geht.
Man kann aber auch ganz klassisch sein Haustier oder einen Menschen von ganzem Herzen lieben.

Man sagt mittlerweile sehr leichtfertig, dass man etwas liebt. Wie meine Beispiele oben bereits zeigen.
Ich trinke morgens gerne eine Tasse Kaffee oder einen Cappuccino. Und ich mag auch gerne Parfüm und Nagellack. Zudem arbeite ich unheimlich gerne in meinem Beruf.
Und ich kann mich selbst auch nicht freisprechen davon, dass ich, leider zu häufig, sage, dass ich etwas liebe.
Mich kotzt es an, wie leichtfertig mit so einem Gefühl umgegangen wird. Denn Liebe ist das Einzige, das man nicht für einen Betrag X kaufen kann.
Man kauft sich die Dinge, die temporär glücklich machen. Das ist auch cool. Das macht jeder. Und es macht Spaß.
Aus Liebe können so viele andere Dinge entstehen, die wichtig und unbezahlbar sind. Treue, Freude, Lebenslust, Ehrlichkeit.

Ich selber bin vor 4 Jahren wirklich glücklich geworden.
Zusammenfassend würde ich mein Leben von 1985 bis 2011 trübe nennen. - Aufwachen, zur Schule gehen, nach Hause gehen, angeschimpft und verprügelt werden, schlafen gehen.
Ist das ein Leben? Kann man so Liebe lernen?

Mein Prozess war lang und dauert noch immer an. Vielleicht bis ins Unendliche. Das weiß ich nicht.
Ich habe gelernt, was Liebe ist. Was Liebe bedeutet. Wie sich Liebe anfühlt. In meinem Prozess.
Liebe ist nicht nur etwas geschenkt zu bekommen. Dahinter steckt das schlechte Gewissen. So habe ich gelernt.
Das größte Geschenk ist, wenn jemand zuhört und wirklich anwesend ist, wenn innere Verletzungen nach außen gekehrt werden. Das ist der erste Schritt (gewesen), bei dem ich bemerkt habe, was genau Liebe ist. Denn die Verletzungen, die plötzlich freiliegen, sinnbildlich blutend, können ganz einfach mit ein bisschen Liebe überdeckt werden und schon heilen sie in einer Geschwindigkeit, die man nicht zu ahnen vermag.

Liebe ist nicht nur eine materielle Aufmerksamkeit. Liebe ist einfach Liebe. Und daraus entwickeln sich Dinge, die sich ohne zutun annektieren: Mut, Lebenswille, Kraft, Treue, Freundschaft.

Trau dich und liebe einfach!

Samstag, 5. September 2015

Do it!

Hallihallo!

So richtig funktionieren wollte es eigentlich nie, dass ich mal (erfolgreich) einen Blog führe.
Ich bin irgendwie nicht der Typ dafür. Zumindest nicht was Beauty, Lifestyle, Produkte, Outfits, Erlebnisse angeht. Das bin einfach nicht ich.
Mir bringt es nicht und die, die es ansatzweise gelesen haben... auch nicht!
Und was ich auch nicht möchte, ist einen Blog führen, in dem ich mich ständig nur wiederhole.
Für mich gibt es einfach zu viele, die ihre Kinder so abgöttisch lieben, dass sie gefühlte 1.000.000 Bilder am Tag von ihnen machen, zu viele, die ja so eine gute, spirituelle Seele haben, dass sie ebenfalls 1.000.000x täglich erwähnen müssen, wie sie doch sind und so viele, die täglich nur zu shoppen scheinen.
Habt ihr keinen Job? Keinen Haushalt? Keine Familie? Ich frag ja nur!
Nein, danke vielmals!
Zum Meckern bin ich übrigens auch nicht hier, auch, wenn ich schon einen starken Willen und eine Meinung habe.
Das kommt aber auch nicht von Ungefähr. Wo ich auch schon beim Thema und meiner kleinen Vorstellung bin.

Ich bin A. Ich bin bereits 30 Jahre alt, ich mag alles und rein gar nichts. Das mach mir ganz schön zu schaffen. Ich komme mir allgemein nicht besonders ernst genommen vor.
Abwägen, woran es genau liegt, kann ich nicht. Das konnte ich noch nie besonders gut.
Dieses Denken in Nuancen... wie machen das alle? Auch mal alles verstehen, was so in Köpfen abgeht oder wieso eine Situation oder Aufgabe gerade so ist wie sie ist. Hinterfragen. Macht das eigentlich keiner mehr?
Seit mehr als 10 Jahren plagen mich unangenehme psychische Probleme, die mich wertlos fühlen lassen und mir teilweise große Schwierigkeiten im Alltag bereiten.
Das ist auch sehr schwierig für meine Umwelt. Mein Freund, der schon seit 4 Jahren stark an meiner Seite steht und alle möglichen Höhen und Tiefen hautnah erlebt hat, allen voran. Dahinter direkt seine liebe Familie. Meine eigene ja nicht so.

Wie jeder (gute) Blogger, möchte ich natürlich auch so häufig es nur geht, Beiträge schreiben und für meine zukünftigen Leser veröffentlichen.
Fotos möchte ich nicht oder eher selten posten, auch wenn es dann ein wenig zäh und womöglich langweilig scheint.
Keiner will viel lesen müssen. Und trotzdem hoffe ich auf den ein oder anderen, der hier hängen bleibt.
 

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