Montag, 5. Oktober 2015

Dankbar sein

Für mich bedeutet dankbar sein gleich frei sein. Man könnte dessen eine gewisse Spiritualität anhaften, das werde ich persönlich aber nicht tun. Nicht, weil ich es für Humbug halte oder nicht an Karma glaube, aber für mich ist und bleibt Dankbarkeit eine greifbare, ersichtliche Sache.

Leicht zu erkennen ist Dankbarkeit in Kinderaugen, derer alter Menschen und in denen von Tieren.
Denn ihnen kannst du so leicht eine Freude machen und du wirst mit Dankbarkeit überschüttet.
Sei es ein Besuch auf dem Spielplatz und danach ein leckeres Eis, eine Runde im Park frei laufen, ein paar Blätter Salat, auf dem Sofa kuscheln oder eine Runde Rommé.
Allein für die Freude in den Augen durch eine so einfache, kleine Geste, lohnt es sich.

Leider wird es schwieriger, wenn jemand erfolgreich oder abgestumpft ist.
Zumal diese beiden Eigenschaften sich oftmals die Hand reichen.
Mir fallen da Männer im mittleren Alter ein. Der Aston Martin steht vor der Tür, das Frauchen hält Haushalt, Kleidung und Kinder in Schuss. Wofür sollte man also noch dankbar sein?
Allein dieser Gedanke macht mich etwas traurig.
Die Firma läuft prima. Dank der Sekretärin, der Außendienstler, der Buchhalter und Controller. Dank der Reinigungskräfte.
Die Dusche im heimischen Bad kann ohne Bedenken betreten werden und vom Teller kann einfach so, ohne Weiteres, gegessen werden. Dank der Ehefrau.
Die Kinder lernen gut und fühlen sich wohl, sie wachsen und lernen bestenfalls sogar Werte, Wertschätzung. Dank zweier Eltern.
Leider aber alles nicht genug. Es könnte doch größer, höher, schneller, weiter. Oder?
Schade, dass so gedacht wird.
Denn mehr geht immer. Aber weniger leider auch.

Ich selber bin vielleicht etwas zu dankbar. Etwas zu leichtfertig.
Macht mir das aber etwas aus?
Für mich ist es nicht selbstverständlich, dass die Kollegin "mal eben so" einverstanden ist, ein Souvenir vom Oktoberfest mitzubringen, worum man spontan gebeten hat.
Es ist auch nicht einfach so abgetan für mich, dass Bilder, Regale und Spiegel angebracht werden vom Liebsten, wenn ich auf der Arbeit bin.
Es sind Dinge wie eine Tasse Kaffee, ein gewischter Boden oder einfach die spontane Umarmung, die mich innerlich hüpfen lassen. Die mich frei machen!

Dankbarkeit ist Freiheit!

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